blut, schweiss und tränen

Das über 100 Jahre alte Pareto-Prinzip ist auch im agilen Zeitalter modern, um gute Ergebnisse zu erzielen

Symbolbild zerknülltes Papier

Für mich ist das Pareto-Prinzip, auch wenn es schon vor weit über 100 Jahren entwickelt wurde, im Zeitalter des agilen Arbeitens modern und zentral. Es hilft einem selbst und auch Teams zu fokussieren, und Product Owner kann es unterstützen, den Nutzen ihres Produkts zu maximieren und Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Was aber definiert das Pareto-Prinzip, das auch als 80/20-Regel bekannt ist?

80 Prozent des Ergebnisses lassen sich mit 20 Prozent des Aufwands erreichen. Für die restlichen 20 Prozent des Ergebnisses sind 80 Prozent des Aufwands erforderlich.

Natürlich gibt es auch – teilweise fundamentale – Kritik am Pareto-Prinzip: Es fördere Mittelmaß und verhindere Exzellenz, weil alle nur noch 20 Prozent Einsatz bringen, mit 80 Prozent Ergebnis zufrieden sind und nicht die „extra Meile“ gehen, um Perfektion zu erreichen. Das halte ich für mindestens ein Missverständnis.

Richtig verstanden und im agilen Kontext bedeutet das Pareto-Prinzip für mich nicht, 20 Prozent des Aufwands wahllos auf irgendwelche Aufgaben zu verwenden in der Hoffnung, das Ergebnis werde dann schon irgendwie ganz okay. Im Gegenteil: Wenn ich (zunächst) nur 20 Prozent des Aufwands einsetzen will, muss ich klare Prioritäten definieren. Das setzt voraus, die Aufgabe wirklich zu verstehen. Dazu wiederum muss ich zum tatsächlichen Problem vordringen und darf nicht Symptome für das Problem halten. (Aber das ist ein eigenes Thema…)

Warum passt Pareto für mich so gut in die Zeit? Ein agiles, nutzerzentriertes und iteratives Vorgehen bedingt, dass Annahmen immer wieder überprüft und getestet werden, um das Produkt, das Ergebnis kontinuierlich zu verbessern oder zu erweitern. Das funktioniert nur, wenn ich nicht gleich 100 Prozent der Ressourcen in einen „educated guess“ investiere – und danach wahrscheinlich lerne, dass viele Dinge entstanden sind, die niemand braucht und will, zumindest nicht in der jetzigen Form. Es spricht also vieles dafür, zunächst maximal die wichtigsten 80 Prozent Ergebnis zu definieren, die dann mit maximal 20 Prozent Aufwand umgesetzt werden. Wenn Sie beide Werte nach unten skalieren, sind Sie beim MVP (Minimal Viable Product).

Nehmen wir an, Sie konzipieren oder überarbeiten eine Website, eine App oder auch ein analoges Produkt. Entwickeln Sie erst das perfekte Konzept und setzen dieses dann vollständig um? Vor 20 Jahren hat man das so gemacht. Heute starten Sie möglichst früh mit einem durch Markt- und Nutzerkenntnis und ein Business Model abgesicherten MVP, das genau so viele Angebote und Features umfasst, wie notwendig sind, um das Produkt zu verstehen. Aus der Nutzung und dem Feedback der Nutzer können Sie ableiten, welche Features und Angebote in weiteren Schritten hinzukommen sollen.

Pareto ist ein Prinzip, kein Dogma. Es gibt kein Regularium, das minutiös zu befolgen ist. Entscheidend ist, das Prinzip zu verinnerlichen. Denn das verhindert Blut, Schweiß und Tränen – es verbessert das Ergebnis, schont Ressourcen und vermeidet Frustration.

Als Berater, Projektleiter, Interim Manager oder Sparringspartner für Teams helfe ich Ihnen, erfolgreiche Produkte zu gestalten, die Menschen gern benutzen und empfehlen, eine nachhaltige Marke zu entwickeln oder die digitale Transformation ganzheitlich zu gestalten. Lassen Sie uns über ihre aktuelle Herausforderung sprechen und wie ich Sie unterstützen kann.

#pareto #paretoprinzip #agil #agilesarbeiten #mvp #productowner

*****

(Foto:
congerdesign auf Pixabay)

Veröffentlicht am 13.03.20